DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Habich, Ludwig
Der Deutsche Gruß
Habichs Statue
"Den Sternen entgegen"
von 1900. Später umbenannt in
"Der Deutsche Gruß" ([7])
(2.4.1872 Darmstadt - 20.1.1949 Jugenheim/Bergstraße) geboren im Hause der "Bockshaut" in der Kirchstraße, war ein Darmstädter Bildhauer, der seine Ausbildung bereits als 15-jähriger Junge neben dem Besuch des Realgymnasiums in Darmstadt am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt begann. Danach studierte er Bildhauerei in Karlsruhe und München. In Darmstadt wirkte er seit 1892 als Porträtist am großherzoglichen Hof.

Im Jahr 1898 gründete er mit anderen bekannten Künstlern die "Freie Vereinigung Darmstädter Künstler". Ein Jahr später gehörte er zusammen mit sechs weiteren Künstlern zu den Ersten, die Großherzog Ernst Ludwig an die neu gegründete Künstlerkolonie Mathildenhöhe berief.

In Darmstadt sind viele Plastiken, Denkmäler und Grabmale von Habich geschaffen worden. 1906 wurde Habich als Professor für Bildhauerei an die Technische Hochschule in Stuttgart berufen, 1910 an die dortige Kunstakademie.

Nach seiner Pensionierung 1937 kehrte er nach Darmstadt zurück. Hier wird er ganz offensichtlich von den Nationalsozialisten sehr verehrt. So widmet ihm Adolf Beyer in der Darmstädter Wochenschau von 1937 zur Vollendung von Habichs 65. Geburtstag eine Eloge auf seine Leistungen in Darmstadt. Unter anderen Kunstwerken wurde auch der "Deutsche Gruß" (siehe Bild) als besonders bekanntes Werk hervorgehoben. Diese lebensgroße Figur "Der deutsche Gruß" - ein nackter Jüngling erhebt die Rechte zum Gruß - war für die lokalen Nationalsozialisten ein so bedeutendes Werk, dass sie Habich hierfür den Kulturpreis für 1940 in Höhe von 3.000 RM verliehen. Eine Zustimmung von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger war vorher ebenso eingeholt worden wie zuvor die NSDAP-Kreisleitung in der Rheinstraße 95 "um baldgefällige Übermittlung einer politischen Beurteilung des Genannten" gebeten wurde. Die Statue war bereits im Jahr 1900 entstanden; damals hatte Habich sie noch "Den Sternen entgegen" genannt.

Aber nicht nur die Nationalsozialisten ehrten Habich, auch die politisch Verantwortlichen im Nachkriegs-Darmstadt zollten ihm Anerkennung. So erhielt 1958 eine Straße im Steinbergviertel nahe des Marienhospitals den Namen Habichweg. Auf der Mathildenhöhe steht die 1901 von Joseph Maria Olbrich für Habich erbaute Villa, die heute Habich-Villa genannt wird.


Q: [1] [2] [3] [4] [5] [6], Abbildung: [7]

 

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