DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Grosch, Paul Wolfram (28.6.1919 Mallwen - 5.10.1982) lebte seit 24. Mai 1946 in Darmstadt-Eberstadt, Städtische Hautklinik, Gabelsberger Straße 8.

Unter Wolfram Grosch ist bei HEBIS [5] eine am 23. Februar 1945 an der Universität Berlin vorgelegte Dissertation über die "Prognose des Kindes bei Nabelschnurvorfall" verzeichnet. Ein weiterer Eintrag bei HEBIS verzeichnet eine Dissertation vom gleichen Verfasser mit identischem Thema, die 1943 an der Universität Kiel vorgelegt wurde.

Über das Geburtsjahr von Grosch existieren zwei verschiedene Angaben. Während im Meldeblatt von 1946 das Jahr 1910 angegeben wird, ist im Original ein Schreibmaschinenvertipper, der auch als 1919 gelesen werden kann. Im Dokument der Spruchkammer ist das Jahr 1919 angegeben.

Die verschiedenen Angaben zum Geburtsjahr und die offenbar zweimal vorgelegte Dissertation werfen durchaus Fragen auf.

Im Meldeblatt von 1946 gab er an, seit 27. Dezember 1945 bis 24. Mai 1946 in Hamburg-Berne, Hilfskrankenhaus gewohnt zu haben. Vermutlich hat er dort auch gearbeitet.

In der Entnazifizierungskartei wurde sein Geburtsjahr wieder mit 1919 angegeben. Damals gab der ledige Arzt an, von 1932 bis 1937 der HJ (Hitler Jugend) angehört zu haben. Daher erklärt sich auch die Einstufung als Jugendamnnestie.

Im Adressbuch von 1949 [8] war er als Dr. med., Arzt, Gabelsberger Straße 68 verzeichnet. Danach erscheint er in den Ärzteverzeichnissen nicht mehr.

Im Geni Profil von Paul Wolfram Grosch ist sein Geburtsjahr wieder mit 1919 angegeben. Nach dieser Quelle war er als Hautarzt in Michelstadt tätig und starb am 5. Oktober 1982.


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