DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Landtag im Volksstaat Hessen
Ständehaus
Das Ständehaus (Sitz des hessischen Landtags) am Luisenplatz (1888) ([6])
Aus dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt entstand durch eine Revolution 1918 der Volksstaat Hessen, der sich in die Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen gliederte. Am 26. Januar 1919 fanden die Wahlen zur Volkskammer statt, und am 13. Februar 1919 trat die Verfassungsgebende Volkskammer zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Hessische Verfassung wurde am 9. Dezember 1919 verabschiedet und trat am 12. Dezember 1919 in Kraft.

Der Landtag des Volksstaates Hessen hatte seinen Sitz am Louisenplatz (heute: Luisenplatz), postalisch in der Rheinstraße 10, im sogenannten Ständehaus.

Adressbuch
Auszug aus dem Darmstädter Adressbuch (1917) ([1])

Adressbuch
Auszug aus dem Darmstädter Adressbuch (1921) ([2])

Vor Gründung des Volksstaates war dies der Sitz der I. und II. Kammer des Großherzogtums Hessen-Darmstadt.

Der Landtag bestand aus 70 Abgeordneten, die für die Dauer von drei Jahren gewählt wurden. Zum Präsidenten des Landtags wurde der Sozialdemokrat Bernhard Adelung (1876 - 1943) gewählt, zum ersten Staatspräsidenten der Sozialdemokrat Carl Ulrich (28.1.1853 - 12.4.1933), deren Amtszeiten jeweils von 1919 bis 1928 währten. Sein Nachfolger war Bernhard Adelung, der von den Nationalsozialisten 1933 abgesetzt wurde. Ulrich wohnte (1921) in der Neckarstraße 7, Adelung in der Heidelberger Straße 22 (1930).

Nach 1945 verlor Darmstadt den Sitz von Landtag und Landesregierung zugunsten der Stadt Wiesbaden.

Tafel Geschichtsrundgang
Tafel des Darmstädter Geschichtsrundganges
an der Sparkasse am Luisenplatz (2018)

Das Ständehaus wurde im Zweiten Weltkrieg in der Brandnacht zerstört und nicht wieder aufgebaut. Dort residiert heute die Hauptstelle der Stadtsparkasse Darmstadt. Eine kleine unscheinbare Gedenkplatte (siehe Abbildung), der Bedeutung des ehemaligen Gesetzgebungsorgans des demokratischen Volksstaates Hessen eigentlich unwürdig, erinnert an den ehemaligen Hessischen Landtag.


Q: [1] [2] [3] [4] [5], Abbildungen: [1] [2] [6], Autoren (Tafel)

 

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