DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Adelung, Bernhard (30.11.1876 Bremen - 24.2.1943 Darmstadt) lernte in Bremen das Schriftsetzer-Handwerk, wanderte 1896 durch die Schweiz, Österreich und Italien und ließ sich 1897 in Mainz nieder. Er war Mitglied des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, trat 1897 der SPD bei und wurde 1901 Redakteur der sozialdemokratischen "Mainzer Volkszeitung". In dieser Zeit schloss er Freundschaft mit Carl Ulrich. Als Redakteur wurde er 1903 wegen Majestätsbeleidigung angeklagt und zu einer Strafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt, die er in Butzbach verbüßen mußte. Adelung war - mit kurzer Unterbrechung - von 1903 bis 1933 Mitglied des Hessischen Landtags von Hessen-Darmstadt. 1904 wählten ihn die Mainzer Bürger in die Stadtverordnetenversammlung.Bernhard Adelung

1915 wurde Adelung freiwillig Soldat des Ersten Weltkrieges. Nach der Novemberrevolution 1918 arbeitete er als Bürgermeister der Stadt Mainz und ab 1919 als Landtagspräsident des Volksstaates Hessen. Im Zusammenhang mit dem passiven Widerstand des Ruhrkampfes von 1923 wurde er von der französischen Besatzungsmacht aus Mainz ausgewiesen und konnte erst 1925 zurückkehren. Als Ulrich 1928 vom Amt des hessischen Staatspräsidenten zurücktrat, übernahm der bewährte Landtagspräsident dieses Amt und führte eine Koalitionsregierung mit Wilhelm Leuschner als Innenminister. Im Jahre 1928 erhielt Adelung die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Darmstadt. Nach der Amtsenthebung durch die Nazis im Frühjahr 1933 lebte er zurückgezogen im Ruhestand. Im Darmstädter Adressbuch 1930 und 1933 war seine Wohnung mit Heidelberger Straße 22 vermerkt. In der Ausgabe von 1935 gibt es keinen Eintrag.

Adelung starb 1943 in Darmstadt an Arteriosklerose und ist in Mainz beigesetzt. Seine Lebenserinnerungen "Sein und Werden - Vom Buchdrucker in Bremen zum Staatspräsidenten in Hessen" erschienen 1952 in Offenbach, bearbeitet von Karl Friedrich.

In Darmstadt erinnern an ihn seit 1945 die Adelungstraße, ehemals Mackensenstraße (August von Mackensen, im Kaiserreich General, 1933 zum preußischen Staatsrat ernannt), und die Bernhard-Adelung-Schule.

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