DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Meier, Gustav (26.2.1897 Berlichingen - 13.5.1945 Walddorf) hat in der Entnazifizierungskartei folgenden Eintrag: "Kriminalrat, Gestapo, Eintritt 1936 - 1945, WSS (Waffen-SS) 1940 - 1945, Sturmbannführer".
Nach der Besoldungsstammkarte mit Laufzeit 1930 bis 1945 im Hessischen Staatsarchiv arbeitete Meier als Kriminalkommissar im Geheimen Staatspolizeiamt Darmstadt.
Bei Handschuch [6] heißt es:
"War bis 1933 in der Mainzer Polizeiverwaltung Verwaltungsbeamter, wurde 1933 in den Kriminaldienst übernommen, kam zur Gestapo Mainz, wo er bis 1936 Leiter der dortigen Aussendienststelle war. Anschließend wurde er nach Darmstadt versetzt, wo er bis 1938, damals noch Kriminalkommissar, der führende Kriminalbeamte war. Er war in allen Arbeitsgebieten, vorwiegend jedoch bei der Bekämpfung von Kommunisten und Marxisten, tätig. 1938 war er einige Monate lang zur Gestapo Salzburg abgeordnet. Anschließend kam er zur Stapoleitstelle Stuttgart, von wo er 1940 zum KdS und des SD Dijon (Frankreich) kam. Hier war er Vertreter des KdS. Nach der Besetzung Südfrankreichs kam er nach Marseille. Wo er von dort aus hinkam, konnte nicht ermittelt werden. Meier kann als brutal bezeichnet werden. Er war ein Säufer erster Klasse, der seine Dienstgeschäfte am liebsten in benebeltem Zustand erledigte. Von Geburt Württemberger - er ist in Berlichingen in Württemberg geboren - lebte er bis 1935 fast ausschließlich in Mainz. Aufenthalt nicht bekannt."
Im Axis History Forum wird Meier ebenfalls erwähnt. Nachdem dort zunächst das Geburtsdatum mit 26. Januar 1897 und Kriminalrat und SS-Sturmbannführer angegeben wurde, wurde das Geburtsdatum später mit 26. Februar 1897 korrigiert. Nach deren weiteren Angaben war er von 1942 bis 1943 SS-Hauptsturmführer der Sicherheitspolizei in Dijon (Frankreich). Er sei Leiter der Sicherheitspolizei-Außenstelle Dijon gewesen. Als Sterbedatum und -ort wird der 13. Mai 1945 in Walddorf, als Geburtsort Berlichingen angegeben.
Dies Stadt Dijon wurde 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt und bombardiert.
Im Darmstädter Adressbuch von 1937 ist er als Kriminaloberinspektor, wohnhaft in der Friedrichstraße 15, verzeichnet.
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