DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"

Hanna Reitsch
Hanna Reitsch [6]

Reitsch, Hanna (29.3.1912 Hirschberg (Schlesien) - 24.8.1979 Frankfurt/Main) war eine der bekanntesten Fliegerinnen Deutschlands.

Reisch absolvierte nach dem Abitur am Realgymnasium in Hirschberg 1931 einen Segelfliegerkurs in Grunau, einem deutschen Segelfliegerzentrum. Danach studierte sie kurze Zeit Medizin in Berlin und Kiel, um sich 1933 wieder der Fliegerei zu widmen. Sie begann als Fluglehrerin auf dem Hornberg bei Schwäbisch Gmünd.

Nach einer Expedition nach Südamerika, wo es um die Erforschung der Aufwindverhältnisse ging, ging sie 1934 an die "Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug" auf dem August-Euler-Flugplatz in Darmstadt/Griesheim.

Reitsch erbrachte bedeutende fliegersportliche Leistungen, die ihr Auszeichnungen erbrachten. 1937 wurde sie an die Flugerprobungsstelle der Luftwaffe in Rechlin/Mecklenburg berufen mit der Aufgabe, Militärflugzeuge zu testen. Sie war auch beteiligt an der Entwicklung von sogenannten Gleitbomben. Als erste Frau der Welt hat der deutsche Jagdflieger Ernst Udet sie 1937 zum Flugkapitän ehrenhalber ernannt.

Pfister [1] schreibt, dass sich Reitsch "bereitwillig in den Dienst des NS-Regimes gestellt" habe.

Reitsch kam aus einer Familie, die sich früh den Nationalsozialisten zuwandte. Sie war eine begeisterte Anhängerin Adolf Hitlers, dem sie bis zu Letzt die Treue hielt.

Sie wurde vom NS-Regime 1941 mit dem Goldenen Fliegerabzeichen mit Brillanten und dem EK II und 1942 mit dem EK II ausgezeichnet.

Nach dem Krieg war sie kurze Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, setzte in den 1950er Jahren ihre Fliegerei fort und errang wiederholt Auszeichnungen. Da sie keiner NS-Organisation angehört hatte, wurde sie als Nichtbetroffene entlastet. 1954 kehrte sie nach Darmstadt zurück, um erneut als Testpilotin bei der wieder gegründeten Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt zu arbeiten.

Der Spiegel überschrieb 2012 einen Artikel über Reitsch mit der Zeile "Nazi-Starpilotin Hanna Reitsch - Für Hitler flog sie durch die Hölle".

Die Adressbücher der Stadt Darmstadt von 1940 und 1942 [3] verzeichnen "Hanna Reitsch, Flugkapitän, Dieburger Str. 199". In einem Dokument des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt wird festgehalten, dass die Fliegerin Hanna Reitsch viele Jahre als Mieterin in der Villa Wilbrand in Darmstadt, Dieburger Straße 199, lebte.


Q: [1] [2] [3] [4] [5], Abbildung: [6]

 

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