Im Meldeblatt von 1946 gab Falter als jetzigen Beruf Polizeimajor an. Die Frage nach dem früheren Beruf blieb unausgefüllt. Seit 24. September 1945 wohne er in Darmstadt, Taunusring 53 (heute Kasinostraße). Am 1. September 1939 habe er sich in Bremen aufgehalten.
In der Veröffentlichung von Curilla [1] "Der Judenmord in Polen und die deutsche Ordnungspolizei 1939-1945" wird ein Hauptmann Franz Falter im Bremer Polizeibataillon 303 erwähnt (siehe Abbildung).
Nach Angabe im Lexikon der Wehrmacht war er als Hauptmann stellvertretender Bataillonskommandeur der 3.Kompanie des Polizei-Bataillon 303.
Im Axis History Forum gibt es weitere Angaben zu Franz Falter. Danach besuchte er die Volksschule in Darmstadt und erlernte den Beruf des Stellmachers (Stellmacher sind Handwerker, die Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellen). Er sei am 1. Mai 1937 der NSDAP beigetreten und nach Bremen versetzt worden. Im Januar 1938 habe er eine Führungsfunktion bei der dortigen Schutzpolizei übernommen. 1938 habe er als Führer einer Hundertschaft am Österreich-Einsatz teilgenommen. Ab April 1940 sei er als Kompaniechef des 3.Polizei-Ausbildungs-Batallons Bremen in Polen und Russland eingesetzt gewesen. Weitere Einsatzorte waren Kriwoj Rog in der Ukraine und in Kroatien. Im Juli 1944 sei er wegen einer Pflichtverletzung im Felde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Vom 30. Juni bis 23. September habe er als Häftling im KZ Dachau eingesessen und wurde nach Aufhebung des Urteils dem SS-Sonderregiment Dirlewanger zugeteilt. An Kriegsauszeichnungen sei er im Juli 1941 mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und im Januar 1943 mit dem Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwerter ausgezeichnet worden.
Von der Spruchkammer Darmstadt sei er am 9. Dezember 1947 als Mitläufer eingestuft worden. Sein Gesuch auf Wiedereinstellung in den Polizeidienst sei am 13. April 1948 abgelehnt worden.
Er hatte eine Sühneleistung von 400 Reichsmark zu zahlen.
Eine Archivalie im Hessischen Staatsarchiv legt allerdings nahe, dass ihm eine Rückkehr in den Polizeidienst gelungen sein könnte.