DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Ruhestand
Am 21. April 1944 wurde er auf Antrag in den Ruhestand versetzt.

Fichtmüller, Paul (14.7.1886 Bursdorf / Thüringen - 1.11.1945 Ludwigsburg) war am Hessischen Landestheater als Kammermusiker tätig.

Er wurde erstmals im Darmstädter Adressbuch von 1915 als Hoftheater-Musiker, wohnend in der Wenckstraße 54, geführt.

Fichtmüller war am 1. Juni 1931 der NSDAP beigetreten und am 1. August 1931 auch deren Schlägerbande SA. Dort hatte er den Rang eines Sturmbannführers.

In einer Veröffentlichung aus Anlass der Gau-Kulturwochen 1937 wurde er als Landesleiter der Reichsmusikkammer Hessen-Nassau bezeichnet.

Nach Recherchen des Historikers Heer war er seit 1929 "Vertrauensmann der Partei". Als Beauftragter der Hessischen Landesregierung für das Darmstädter Theater und später als Leiter des gesamten Musiklebens in Hessen habe er für einen "radikalen Kahlschlag" am Hessischen Landestheater gesorgt.

In der NS-Zeit war er Stadtrat/Ratsherr der Stadt Darmstadt.

Fichtmüller wurde im Juli 1945 verhaftet und kam ins Internierungslager Ludwigsburg. Dort machte er nach drei Monaten Haft am 1. November 1945 seinem Leben ein Ende.


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