DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Giese, Richard Ferdinand (11.8.1876 Prenzlau - 15.1.1978 Kiel) war von 1933 bis 1935/1936 Präsident des Landesfinanzamts Darmstadt.

Giese studierte Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen und wechselte an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Dort bestand er 1901 das Referendarexamen und am 30. Mai 1907 am Kammergericht die Assessorprüfung. Danach war er an den Landgerichten Prenzlau und Wriezen, als Oberzollkontrolleur in Nordhorn und 1911 als Oberzolldirektor in Wesel tätig. 1913 war er bei der Oberzolldirektion Altona beschäftigt, wo er zum Regierungsrat befördert wurde.

Ab 1914 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, geriet aber von 1916 bis 1920 in Gefangenschaft.

1920 wurde er als Oberregierungsrat in die Reichsfinanzverwaltung versetzt und nach einer kurzen Tätigkeit beim Landesfinanzamt Mecklenburg 1921 als Ministerialrat in das Reichsfinanzministerium versetzt. Ab 1923 war er ordentliches Mitglied des Reichsdisziplinarhofes in Leipzig.

Am 1. Oktober 1933 wurde Giese zum Präsidenten des Hessischen Landesfinanzamtes ernannt. Er bekleidete diese Position bis zum 30. April 1936. Danach leitete er das Landesfinanzamt Nordmark in Kiel.

Nach Angabe der Entnazifizierungskartei trat Giese am 1. Mai 1933 der NSDAP bei. Nach Kuller war Giese ein überzeugter Nationalsozialist und Antisemit.

Die Darmstädter Adressbücher verzeichneten Giese 1934 bis 1936 als Präsident des Landesfinanzamts, wohnhaft in der Jahnstraße 102. Das Landesfinanzamt hatte seinen Sitz am Adolf-Hitler-Platz 5 (heute Luisenplatz).

Im Jahr 1943 wurde er in den Ruhestand versetzt.


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