DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"

Stellungnahme
Kirnbergers Stellungnahme vom 10. Februar 1928
zum "Gesetz zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens"

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Kirnberger, Ferdinand (12.1.1875 Mainz - 25.6.1962 Darmstadt) war ein hessischer Politiker und Minister des Volksstaates Hessen. Er gehörte dem Zentrum an.

Kirnberger studierte an den Universitäten Freiburg/Breisgau, Berlin und Gießen Rechtswissenschaften. Die juristische Fakultätsprüfung bestand er 1898 und nach dem Vorbereitungsdienst 1901 auch die Staatsprüfung für das Justiz- und Verwaltungsfach.

Unter Staatspräsident Bernhard Adelung (SPD) wurde er, Mitglied der Zentrumspartei, am 21. Juli 1927 Hessischer Innenminister und vom 14. Februar 1928 bis zu seiner Entlassung am 13. März 1933 durch die Nationalsozialisten Finanz- und Justizminister. Er wurde in den Ruhestand versetzt.

Zu dem Gesetzentwurf des Hessischen Innenministers Wilhelm Leuschner (SPD) "Gesetz zur Bekämpfung der Zigeuner und Landfahrer" nahm Kirnberger als Justizminister am 10. Februar 1928 Stellung und betonte, dass der Zweck des Gesetzes nicht die Bekämpfung der Zigeuner und Landfahrer sei, sondern es gehe darum, dem "Zigeunerunwesen" entgegenzutreten. Daher schlug er vor die Überschrift in "Gesetz zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens" zu ändern (siehe Abbildung).

Er war seit 1924 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Rheinpfalz Darmstadt im CV.

Nach dem Krieg gehörte er zu den Gründern der Darmstädter CDU, blieb aber ohne Parteiamt.

Von 1946 bis 1951 war er Direktor des Verwaltungsgerichts Darmstadt.

1954 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Darmstädter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Im Jahr 1953 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Nach ihm ist seit dem 6. Januar 1965 die Kirnbergerstrasse im Darmstädter Stadtteil Eberstadt benannt.

Die Darmstädter Adressbücher verzeichneten ihn von 1924 bis 1927 als Ministerialrat in der Ohlystraße 33, 1929 als Finanz- und Justizminister ebendort, von 1930 bis 1933 in gleicher Funktion in der Heinrichstraße 45, 1934 als Finanzminister a. D. im Claudiusweg 15, von 1936 bis 1942 in der Theodor-Fritsch-Straße 59 und 1949 als Verwaltungsgerichtsdirektor im Niebergallweg 21


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