DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Klingelhöffer, Reinher (15.9.1904 Münster - ...) war nach Angabe der Entnazifizierungskartei Rechtsanwalt. Er sei 1937 Mitglied der NSDAP geworden und von 1933 bis 1934 habe er auch deren Schlägerbande SA angehört. Als Adresse war Darmstadt-Eberstadt, Frankensteinerstraße (Neubau) angegeben.

Im Hessischen Staatsarchiv finden sich drei Archivalien. Die eine mit der Laufzeit 1930 bezeichnet ihn als Referendar am Landgericht Darmstadt. Die zweite mit der Laufzeit 1946 bis 1947 als Hilfsstaatsanwalt, berufen am 31. Juli 1946 mit Wohnung in Darmstadt, Goethestraße 4. Die dritte betrifft sein Entnazifizierungsverfahren.

Im Entnazifizierungsverfahren wurde er als Mitläufer eingestuft und zu einer Sühneleistung von 2.000 Reichsmark verurteilt.

Im Spruchkammerverfahren gegen Karl Plagge am 9. Februar 1948, der während des Zweiten Weltkrieges etwa 250 ihm zugewiesene jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus bewahrte, trat Klingelhöffer als sein Rechtsanwalt auf.

Das Darmstädter Adressbuch von 1949 führte ihn als Rechtsanwalt mit Adresse Frankfurter Straße 90 und Wilhelminenplatz 8.


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