DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"
Weifenbach, Friedrich (17.9.1875 Alsfeld - 16.10.1956 Lengfeld) hatte 1899 an der Universität Gießen seine medizinische Dissertation mit dem Thema "Ueber die Verletzungen des Auges durch glühende Metalle mit besonderer Berücksichtigung der Verletzungen durch glühendes Eisen und Schlakke" vorgelegt.

Ab 1902 war Weifenbach als Assistenzarzt am Landeshospital Hofheim (heute Vitos-Kliniken des Landeswohlfahrtsverbandes Riedstadt-Goddelau/Philippshospital) tätig, wo er 1906 zum Oberarzt befördert wurde. 1918/1919 wechselte er nach Eberstadt.

Weifenbach war nach Immo Grimm von 1918 bis 1935 Ärztlicher Direktor der Provinzial-Pflegeanstalt in Eberstadt.

Adressbucheintrag von 1924
Adressbucheintrag von 1924 [6]

Das Adressbuch von 1937 bezeichnete ihn noch immer als Direktor dieser Einrichtung.

Ab 1935 hatte Weifenbach eine Wohnung im Claudiusweg 19, mit den Haus-Mitbewohnern Otto Drumm, Konzertmeister am Hessischen Landestheater und Nationalsozialist ab 1932, dem Landesbauernpräsident Richard Wagner und dem Syndikus Albert Moessner, NSDAP-Mitglied seit 1933.

Von 1941 bis 1945 sei er Leiter der Nieder-Ramstaedter Heime (heute Nieder-Ramstädter Diakonie) gewesen, schreibt Grimm. Hermann Gunkel [9] bezeichnete ihn als Stellvertretenden Staatskommissar und Obermedizinalrat i. R. in den Nieder-Ramstädter Heimen.

Weifenbach gehörte zu den wenigen, schreibt Gunkel, die schon einen Tag vor dem Einmarsch der Amerikaner das Weite suchten.

Nach 1945 wurde ein Ermittlungsverfahren unter anderem gegen Weifenbach wegen des Verdachts der Unterstützung bzw. Beteiligung an Euthanasie eingeleitet.


Q: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10], Abbildung: [6]

 

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