DFG-VK Darmstadt "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt"

Foto mit Sprenger
Gauleiter Jakob Sprenger (2.v.l.) lässt sich das Modell des
Darmstädter Sportfeldes erklären, rechts mit Parteiabzeichen
Ministerialrat Otto Löwer, Chef der Ortsgruppe Darmstadt des
Deutschen Reichsbundes für Leibeserziehungen, Foto: Stadtarchiv Darmstadt, [12]

Löwer, Otto (20.3.1884 Gießen - 2.4.1958) war nach Angabe der Entnazifizierungskartei 1930 der NSDAP beigetreten. Er gehörte zur Ortsgruppe Steinberg.

Er war seit 16. September 1927 mit Toni Löwer geb. Crispens verheiratet.

Der Sohn eines Postverwalters besuchte zunächst eine Privatschule in Schlitz, danach das Gymnasium in Laubach und die Oberrealschule in Darmstadt.

Nach dem frühen Tod seines Vaters begann er eine Laufbahn in der Heeresverwaltung, ab 1906 als Zahlmeister. Diese Funktion führte ihn im Ersten Weltkrieg sowohl an die Westfront wie auch nach Rumänien.

Nach Kriegsende beteiligte er sich an den Kämpfen gegen den Spartakus und am Ruhrkampf.

In der Weimarer Republik wechselte er in den Polizeidienst zur Schutzpolizei in Frankfurt am Main und wurde dort 1923 Polizei-Oberinspektor. Nach der sogenannten Machtergreifung wechselte er nach Darmstadt und wurde dort am 1. Juli 1933 Verwaltungsdirektor und 1936 Ministerialrat und Leiter des Personalamtes und des Sportamts.

Auf Grund parteiinterner Differenzen wurde er 1939 in den Ruhestand versetzt. Er war nun wieder bei der Wehrersatz-Inspektion in Koblenz und ab 1940 bei der Firma Daimler-Benz in Mannheim als Personalreferent tätig.

Ende März wurde er für kurze Zeit im Gefängnis Rundeturmstraße inhaftiert bis er vom 26. Oktober 1945 bis 17. April 1947 Insasse im Internierten Krankenhaus Nr. 2 in Karlsruhe war. Ab 18. April 1947 lag er im Lazarett des Internierungslagers Darmstadt.

In der Entnazifizierungskartei wurde als Beruf Gauamtsleiter, als Adresse die Ohlystraße 75 angegeben, die gestrichen und durch Nr. 77 ersetzt wurde.

Im Spruchkammerverfahren wurde er zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt und als Hauptverdächtigter eingestuft. Das Lager Darmstadt verließ er am 23. August 1949.

Die Darmstädter Adressbücher verzeichneten ihn von 1927 bis 1933 als Polizeioberinspektor in der Dreibrunnenstraße 11, von 1934 bis 1936 als Verwaltungsdirektor in der Ohlystraße 75 und von 1937 bis 1949 als Ministerialrat ebendort.


Q: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11], Abbildung: [12]

 

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